Moed Katan 7

Kapitel 7

א שנכנס לשביעית וקציר של שביעית שיצא למוצאי שביעית
1 für das Siebentjahr und auf die Ernte des Siebentjahres im Nachsiebentjahre.
ב ר' ישמעאל אומר מה חריש רשות אף קציר רשות יצא קציר העומר שהיא מצוה
2 R. Jišma͑él sagte: Wie das Pflügen Freigestelltes ist, so auch das Ernten, wenn es Freigestelltes ist, ausgenommen das Ernten der Erstlingsgarbe, das Gebot ist. Vielmehr, erklärte
ג אלא אמר רב נחמן בר יצחק כי גמירי הלכתא למישרי ילדה קראי למיסר זקינה
3 R. Naḥman b. Jiçḥaq, die überlieferte Halakha [lehrt], daß es bei jungen [Setzlingen] erlaubt ist, und die Schriftverse [deuten], daß es bei alten verboten ist. –
ד וכיון דהלכתא למשרי ילדה לאו ממילא זקינה אסירה
4 Wenn die überlieferte Halakha es bei jungen erlaubt, so ist es ja selbstverständlich, daß es bei alten verboten ist!? –
ה אלא הלכתא לרבי ישמעאל קראי לר' עקיבא
5 Vielmehr, die überlieferte Halakha ist nach R. Jišma͑él, und die Schriftverse sind nach R. A͑qiba nötig.
ו ור' יוחנן אמר רבן גמליאל ובית דינו מדאורייתא בטיל להו
6 R. Joḥanan erwiderte: R. Gamliél und sein Gerichtskollegium stützen sich bei ihrer Aufhebung auf die Tora. –
ז מאי טעמא גמר שבת שבת משבת בראשית מה להלן היא אסורה לפניה ולאחריה מותרין אף כאן היא אסורה לפניה ולאחריה מותרין
7 Wieso? – Dies ist durch [das Wort] <i>Ruhe</i> zu folgern, das auch beim gewöhnlichen Šabbath gebraucht wird: wie bei diesem die Arbeit nur an diesem selbst verboten ist, vor- und nachher aber erlaubt, ebenso ist sie auch [beim Siebentjahre] nur an diesem selbst verboten, vor und nachher aber erlaubt.
ח מתקיף לה רב אשי מאן דאמר הלכתא אתיא גזרה שוה עקרה הלכתא ומאן דאמר קרא אתיא גזרה שוה עקרה קרא
8 R. Aši wandte ein: Wieso kann, nach dem dies eine überlieferte Halakha ist, die Wortanalogie eine überlieferte Halakha aufheben, und wieso kann, nach dem dies ein Verbot der Schrift ist, die Wortanalogie ein Verbot der Schrift aufheben!?
ט אלא אמר רב אשי רבן גמליאל ובית דינו סברי לה כרבי ישמעאל דאמר הלכתא גמירי לה וכי גמירי הלכתא בזמן שבית המקדש קיים דומיא דניסוך המים אבל בזמן שאין בית המקדש קיים לא:
9 Vielmehr, erklärte R. Aši, R. Gamliél und sein Gerichtskollegium sind der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, dies sei eine überlieferte Halakha, und die überlieferte Halakha hat gleich dem Wassergießen Geltung nur zur Zeit, wenn der Tempel besteht, nicht aber, wenn der Tempel nicht besteht.
י אבל לא ממי הגשמים וממי הקילון: בשלמא מי קילון איכא טירחא יתירא אלא מי גשמים מאי טירחא איכא
10 A<small>BER NICHT MIT</small> R<small>EGEN- ODER</small> Z<small>UGBRUNNENWASSER.</small> Allerdings ist [die Bewässerung] mit Zugbrunnenwasser mühevoll, welche Mühe gibt es aber bei Regenwasser!?
יא אמר ר' אילעא א"ר יוחנן גזירה מי גשמים אטו מי קילון רב אשי אמר מי גשמים גופייהו לידי מי קילון אתו
11 R. Ilea͑ erwiderte im Namen R. Joḥanans: Beim Regenwasser ist das Zugbrunnenwasser berücksichtigt worden. R. Aši erwiderte: Aus dem Regenwasser selbst kann Zugbrunnenwasser werden.
יב וקמיפלגי בדר' זירא דאמר ר' זירא אמר רבה בר ירמיה אמר שמואל נהרות המושכין מים מן האגמים מותר להשקות מהן בחולו של מועד
12 Sie streiten über [eine Lehre] R. Zeras, denn R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja im Namen Šemuéls: Aus Teichen, die Zufluß aus Wassersammlungen haben, darf man am Halbfeste bewässern.
יג מר אית ליה דרבי זירא ומר לית ליה דרבי זירא
13 Einer hält von der Lehre R. Zeras, und einer hält nicht von der Lehre R. Zeras.
יד גופא אמר ר' זירא אמר רבה בר ירמיה אמר שמואל נהרות המושכין מים מן האגמים מותר להשקות מהן בחולו של מועד
14 Der Text. R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja, im Namen Šemuéls: Aus Teichen, die Zufluß aus Wassersammlungen haben, darf man am Halbfeste bewässern.
טו איתיביה רבי ירמיה לרבי זירא אבל לא ממי גשמים ולא ממי קילון אמר ליה ירמיה ברי הני אגמים דבבל כמיא דלא פסקי דמו
15 R. Jirmeja wandte gegen R. Zera ein: Nicht aber mit Regen- oder Zugbrunnenwasser!? Dieser erwiderte: Jirmeja, mein Sohn, die Wassersammlungen in Babylonien gleichen Gewässern, die nicht versiegen.
טז תנו רבנן הפסיקות והבריכות שנתמלאו מים מעיו"ט אסור להשקות מהן בחולו של מועד ואם היתה אמת המים עוברת ביניהן מותר
16 Die Rabbanan lehrten: Aus Lachen und Pfützen, die am Vorabend des Festes mit Wasser gefüllt worden sind, darf man am Halbfeste nicht bewässern; wenn aber zwischen diesen ein Wasserarm sich hinzieht, so ist es erlaubt.
יז אמר רב פפא והוא שרובה של אותה שדה שותה מאותה אמת המים רב אשי אמר אע"פ שאין רובה של אותה שדה שותה כיון דקא משכא ואתיא מימר אמר אי לא שתיא לחד יומא תשתי לתרי ותלתא יומי
17 R. Papa sagte: Dies nur, wenn der größere Teil dieses Feldes aus diesem Wasserarm bewässert wird. R. Aši sagte: Auch wenn der größere Teil dieses Feldes [aus diesem] nicht bewässert wird, denn da es nach und nach doch bewässert wird, sagt man sich: wird es nicht in einem Tage bewässert, so wird es in zwei oder drei Tagen.
יח ת"ר בריכה שנוטפת מים משדה בית השלחין זו מותר להשקות ממנה שדה בית השלחין אחרת
18 Die Rabbanan lehrten: Wenn aus einem Rieselfelde Wasser in eine Lache abfließt, so darf man aus dieser ein anderes Rieselfeld bewässern. – Das Wasser versiegt ja!?
יט והא עבידא דפסקא אמר ר' ירמיה ועדיין היא מטפטפת אמר אביי והוא שלא פסק מעיין ראשון
19 R. Jirmeja erwiderte: Einstweilen tropft es noch. Abajje sagte: Dies nur, solange die erste Quelle nicht versiegt ist.
כ תניא ר' שמעון בן מנסיא אומר שתי ערוגות זו למעלה מזו לא ידלה מן התחתונה וישקה את העליונה יותר על כן אמר רבי אלעזר בר שמעון אפילו ערוגה אחת חציה נמוך וחציה גבוה לא ידלה ממקום נמוך וישקה למקום גבוה
20 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn von zwei Beeten das eine höher und das andere tiefer liegt, so darf man nicht vom unteren schöpfen und das obere bewässern. Noch mehr verschärfte es R. Elea͑zar b. Šimo͑n: Selbst wenn von einem Beete die eine Hälfte tiefer und die andere höher ist, darf man nicht aus der tieferen Stelle schöpfen und die höhere Stelle bewässern.
כא תנו רבנן מדלין לירקות כדי לאוכלן ואם בשביל לייפותן אסור
21 Die Rabbanan lehrten: Man darf für Kräuter schöpfen,um sie zu essen, nicht aber, damit sie besser wachsen.
כב רבינא ורבה תוספאה הוו קא אזלי באורחא חזו לההוא גברא דהוה דלי דוולא בחולא דמועדא אמר ליה רבה תוספאה לרבינא ליתי מר לשמתיה א"ל והתניא מדלין לירקות כדי לאוכלן א"ל מי סברת מאי מדלין מדלין מיא מאי
22 Rabina und Rabba Tospaáh gingen am Halbfeste auf einem Wege und sahen einen Mann Eimer Wasser schöpfen. Da sprach Rabba Tospaáh zu Rabina: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Dieser erwiderte: Es wird gelehrt, man dürfe Wasser für Kräuter schöpfen, um sie zu essen. Jener entgegnete: Du glaubst wohl, ‘schöpfen’ heiße ‘Wasser schöpfen’,